Gesellschaft und Ökologie

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Naturfoto-Workshop von Dr. Martin Kreuels, Teil 3: Faktor Zeit

Naturfoto: Blüte von Dr. Martin Kreuels
Foto: Blüte | © Martin Kreuels

Faktor Zeit – nicht die Verschlusszeit!

Der Rausch des Klickens, das nächste Bild im Kasten und schon wieder ein weiteres Motiv anvisiert. Immer weiter, immer mehr Fotos. Immer größere Datenmengen. Kenn ich, ja natürlich, so ist der Anfang. Und wenn es zu dunkel ist, kommt der Blitz dazu, auch wenn das Motiv eigentlich unbeweglich ist. Zeit ist dabei ein flüchtiges Gut. Hauptsache das nächste Foto ist im Kasten.

Zu Hause am Rechner dann die Ernüchterung. Foto 1 na ja, Foto 2 oooh Gott, da fehlt der Kopf, Foto 3 naja, etwas mehr randlich wäre schön gewesen, Foto 4 klasse. Und hier liegt das Problem. Je mehr Fotos geschossen werden, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit eines Zufalltreffers, eines guten Fotos. Damit wird der Stil (Fotografie wie ein Schrotgewehr) gerechtfertigt. Drauf los knipsen bis man einen geeigneten Treffer hat. Aber sind die einzelnen Fotos wirklich gut oder könnte man diese nicht auch noch verbessern. Und was ist mit dem Ausschuss. Eigentlich schöne Motive, aber leider fotografisch schlecht umgesetzt. Also eigentlich eine weggeworfene Chance.

Am Anfang hab ich das gar nicht beachtet und mir gedacht: Was haben die immer nur, geht doch. Immer dieser Punk mit dem Stativ und alles so umständlich und so langwierig. Dann durch einen kleinen Zufall habe ich den Vorteil bemerkt. Ich wollte Blumen fotografieren, aber es war windig. 99% der Bilder waren verwackelt. Schade, dachte ich, eigentlich doch schöne Motive, aber wie bekomme ich die besser hin. Und eigentlich auch Schade um die Zeit. Da kam mir die Idee, mal eine Blume mit nach Hause zu nehmen. In meinem Büro ist es ja nicht windig. Aber in der einen Hand die Blume, in der anderen die Kamera, und wie stelle ich jetzt scharf? Irgendwie fehlte die dritte Hand. Also die Kamera auf das Stativ und los ging es.

Das alles war ein Prozess:

  • erst die Idee, der Fotografieverlegung ins Haus, wenigstens für einen Teil der Motive
  • Anschaffung eines Stativs
  • später kam dann eine Lichtbox dazu usw.
  • dann Umbau (eher ein Umräumen) des Büros, um gleich am Fenster fotografieren zu können, ohne Blitz, dafür aber mit Tageslicht und nicht mit einem frontalen Ringblitz, sondern mit seitlichen diffusen Licht, welches die Konturen besser rauszeichnet

Mittlerweile würde ich behaupten, dass mein Tempo doch erheblich zurückgegangen ist. Für manche Belichtungen benötige ich auch mal 20 Sekunden für ein Bild. Aber es lohnt sich. Auch die Motivmenge hat abgenommen, aber ich bin mit den Ergebnissen zufriedener. Vielleicht schaut Ihr mal drauf.

Herzlichst

Ihr Martin Kreuels

P.S. Und außerdem hat das alles einen schönen Nebeneffekt: Man kommt zu Ruhe. Die Hektik fällt ab und man kann sich auf die Schönheiten des Motivs einlassen.

PP.S. Ich freue mich über Fragen zu meinen Texten. Sachliche Kritik ist auch erwünscht.

PPP.S. Alle meine Fotos finden Sie im Shopbereich von Aradet: Foto-Shop auf www.aradet.de.

Im nächsten Text geht es um das Thema: Makros

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