Gesellschaft und Ökologie

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Naturfoto-Workshop von Dr. Martin Kreuels, Teil 2

Foto kopf insekt kreuels
Foto: Insekt Kopf | © Martin Kreuels

Ausprobieren – Knipsen – Fotografieren
Jeder der anfängt zu fotografieren wird am Anfang alles, also wirklich alles fotografieren was er vor die Linse bekommt. Ich habe im ersten Jahr 22.000 Bilder geschossen. Landschaften, Tiere, Pflanzen, Menschen, Street, Rost, Steine etc. einfach alles. Teilweise ohne Sinn und Verstand. Gerade am Anfang ist es der Rausch des Klickens, vielleicht auch ein wenig wie eine Jagd. Ob da jetzt der Jäger im Mann durchkommt, weiß ich nicht, es geht aber schon stark in diese Richtung. Qualität, Bildaufbau, Motivwahl bleiben auf der Strecke. Leider – man muss es wirklich so sagen – hat man Zufallstreffer dazwischen, die gar nicht schlecht sind. Ein Kollege nannte es den Schroteffekt. Drauflos ballern und irgendwas wird schon gutes dabei sein. Unterstützt wird dies durch die neue Technik, die Bilder in Mengen produzieren kann, es aber keine Kosten verursacht. Früher zu analogen Zeiten musste man sich schon genau überlegen, ob man abdrückt, da jede Bildentwicklung bares Geld kostete. Vielleicht gerade aus diesem Grund gab es zwar Fotografen, aber es wurde nicht diese Unmengen an Bildern produziert. Damals war Disziplin gefragt. Heute dagegen ist das kein Problem mehr und jeder wird ermutigt so weiter zu machen. Also nicht auf Qualität oder sonstige bildnotwendigen Details zu achten, sondern einfach nur weiter zu knipsen. Das schnelle Foto ist in dieser Zeit das Wichtigste.

Diese Zeit hat aber auch ihre Vorteile. Der Umgang mit einer komplexen Kamera wird gelernt und man wird mit vielen Einstellungen vertrauter. Wichtig erscheint mir, dass man auch wirklich alles ausprobiert und sich zunehmend von Voreinstellungen löst. Vielleicht bin ich da auch noch zu sehr in der analogen Zeit, aber für mich ist das fotografieren erst dann ein solches, wenn ich alles manuell einstellen kann. Mit irgendwelchen Programmen oder Automatiken arbeite ich nicht. Es muss also in der Startphase schon der Wille zur Weiterentwicklung zu erkennen sein, sonst bleibt man tatsächlich auf dem Knipserniveau hängen. Wenn man damit zufrieden ist, muss man aber auch keine teure Spiegelreflexkamera kaufen! Ich habe zwar eine Spiegelreflexkamera, aber ob ich den Status eines Knipsers überwunden habe, weiß ich nicht. Das müssen andere entscheiden.

Mit der Vertrautheit zur Kamera kommt dann irgendwann der Punkt, an dem man sich intensiver mit dem Motiv auseinander setzt. Dazu gesellt sich dann der Faktor Zeit. Aber dazu schreibe ich später mehr.

Ich freue mich über Fragen zu meinen Texten. Sachliche Kritik ist auch erwünscht. Alle angegebenen Links sind nur als Beispiele ohne Wertung zu verstehen. Über weitergehende oder bessere Links freue ich mich!

Im nächsten Text geht es um das Thema: Faktor Zeit – nicht die Verschlusszeit!

Herzlichst
Ihr Martin Kreuels

P.S. Alle meine Fotos finden Sie im Fotobereich von aradet.

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