Gesellschaft und Ökologie

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Gesellschaft und Ökologie - Nachrichten aus Umwelt, Naturschutz und Ökologie

Kategorie: Verkehr

Trend zu sauberen Autos 2010

Lange genug hat der PS-Wahn auf deutschen Straßen regiert. Immernoch sind spritfressende SUVs und PS-strotzende Boliden ein erheblicher Teil des Bildes auf unseren Straßen. Es scheint jedoch Hoffnung zu geben – der Trend zu mehr ökologischem Bewusstsein beim Autokauf scheint sich zu verfestigen, denn:  Immer mehr Deutsche fahren lieber sauber als schnell! Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Puls Marktforschung.

Demnach geben 72% der Autokäufer an, dass Ihnen Umweltfreundlichkeit, Kraftstoffverbrauch und Nachhaltigkeit wichtiger sind als traditionelle Kriterien wie Motorleistung, Fahrspaß oder Sportlichkeit. Quelle

Schade, dass die Deutschen Autohersteller der Internationalen Konkurrenz teils um Jahre hinterher hinken. Hier hat man, gerade bei den sog. Premiummarken den Trend lange verschlafen. Es wundert also nicht, dass Internationale Marken den Markt besetzten und ausbauen wollen. So kündigte beispielsweise der Indische Autobauer Tata an seinen Kleinwagen Nano als Elektroauto in Europa zu vermarkten.  Es bleibt abzuwarten ob deutsche Hersteller mit praxistauglichen Produkten und Konzepten nachziehen.

BP investiert 4 Milliarden in Regenwaldzerstörung

Der Erdölkonzern BP investiert 4 Milliarden Euro in nachwachsende Rohstoffe.  Hinter dieser scheinbar gutene Nachricht verbirgt sich eine große Gefahr für den brasilianischen Regenwald, der großflächigen Monokulturen von Zuckerrohrpflanzen weichen muss, wenn die Ethanolherstellung wie geplant weitergeht. Eine Ethanolfabrik für sogenannten Biosprit hat BP bereits 2008 in Betrieb genommen, eine zweite ist geplant. Gegen diese Umweltzerstörung im Regenwald und in den Savannen des Cerrado laufen zurzeit mehrere Kampangen, unter anderem eine Unterschritensammlung des World Rainforest Movement gegen industrielle Baumplantagen sowie auf www.regenwald.org

Verdeckte Lobbyarbeit auch bei Biosprit

Die unabhängige Initiative für Transparenz und Demokratie – Lobbycontrol berichtet über verdeckte Lobbyarbeit für den umstrittenen Biosprit.
Da über Lobbyisten und deren Netzwerke erheblicher Einfluss auf politische Entscheidungsprozesse genommen wird, unterstützen wir den Appell für ein verpflichtendes Lobbyisten-Register von Lobbycontrol.

Fragwürdiger „Öko-Rennwagen“

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Bildquelle: University of Warwick

„Öko“ ist in. Die Supermärkte sind voll von Produken mit „Bio“-Siegel und nun soll selbst der, oft zu recht hart kritisierte, Motorsport mit dem grünen Etikett versehen werden: Britische Forscher haben ein Auto entwickelt, das in den Medien als „Öko-Rennwagen“ („WorldFirst Formula 3 Racing Car“) für Aufsehen sorgte. Der Wagen fährt mit Biodiesel und wurde teilweise aus nachwachsenden Rohstoffen bzw. Recycling-Materialien hergestellt.

Aber auch ein Lenkrad aus Karottenfasern und ein Sitz aus Sojabohnenöl ändern nichts an der Tatsache, dass beim Motorsport wertvolle Rohstoffe verschwendet werden und PS-starke Autos als Ideal gefeiert werden. Auch wenn Forschungsleiter Steve Maggs von der University of Warwick betont, dass hier wichtige Forschungsergebnisse erzielt würden, beispielsweise ein Katalysator, der die Verwendung von Pflanzenöl als Schmieröl zulässt, wäre es sicher sinnvoller gewesen, solche ökologisch sinnvollen Innovationen direkt der Verbesserung marktreifer PKW zugute kommen zu lassen. Auch ohne sogenannte „Öko-Rennwagen“ wurden in den vergangenen Jahren erfolgreich sparsame 3-Liter-Autos auf den Markt gebracht. Das eigentliche Problem ist jedoch die mangelnde Nachfrage. Solange schnelle Sportwagen weiterhin als ideales Auto gefeiert werden, werden Ökologie und Ökonomie beim Autokauf wohl weiterhin auf der Strecke bleiben.

Einheitsstecker für Elektroautos – Energiebranche einigt sich auf einheitlichen Standard.

elektro auto stecker

Der Markt ist gross und es ist ein Markt der Zukunft. Stromautos, Elektroautos – Individualverkehr aus der Steckdose. Damit sich dieser Markt besser entwickelt, einigten sich die Großen der Energiebranche nun auf einen standardisierten Ladestecker. So soll garantiert werden, dass einzelne Insellösungen, die Nutzbarkeit von Elektrofahrzeugen einschränken könnte.
Die Standards sollen offengelegt werden und somit jedem Anbieter oder Entwickler zur Verfügung stehen.
Der neue Normstecker wurde am Wochenende auf der Hannovermesse präsentiert, er ist dreiphasig und arbeitet mit einer Spannung von 400 Volt und bis zu 63 Ampère.
An den Entwicklungen in diesem Bereich, u. A. von gemeinsamen Ladetechnologien, sind auch die meisten der großen Automobilhersteller beteiligt.
Zwar sind Elektroautos nicht grunsätzlich umweltschonender als herkömmliche PKW, sie bieten aber eine technische Möglichkeit individuelle Mobilitätsbedürfnisse durch regenerative, erneuerbare Energien zu realisieren. Zudem arbeiten Elektromotoren energieeffizienter als Verbrennungsmotoren, die Bereitstellung der Energie erfolgt zentral und lässt sich zentral optimieren. Faktoren wie CO2 Emissionen könnten erheblich verringert werden.
 Aus ökologischer Sicht wäre natürlich eine drastische Reduzierung des PKW-Verkehrs sinnvoll – realistisch betrachtet ist dies jedoch mittlelfristig kaum durchzusetzten. Eine Entwicklungserleichterung für Elektrofahrzeuge und deren Infrastruktur ist wohl schon deshalb zu begrüßen.
Info: Welt.deGolem

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